Ländliche Räume sind vielfältig — vom kleinen Dorf über lose verbundene Gemeinden bis zur Kleinstadt. Was sie oft verbindet: Der Weg zum Einkaufen, zur Arztpraxis oder zum Sportverein wird länger, der Bus kommt seltener. Wer kein Auto hat oder fahren kann — Kinder, Jugendliche, ältere Menschen — verliert damit oft mehr als nur einen Weg. Sie verlieren ein Stück Teilhabe an dem Ort, an dem sie leben.
Radverkehr allein löst das nicht. Aber er ist einer der schnellsten und günstigsten Wege, etwas davon zurückzugeben — und oft reicht dafür weniger, als man denkt. In der Westlausitz zum Beispiel wollte eine engagierte Person mehr für den Radverkehr in ihrer Region bewegen. Viele Gemeinden dort sind über keinen sicheren Radweg miteinander verbunden; auch innerorts fehlt es oft nur an Kleinigkeiten — mehr Abstellanlagen, eine freigegebene Einbahnstraße. Gemeinsam haben wir Interessierte eingeladen und daraus eine Regionalgruppe gegründet, die seither vor Ort aktiv ist.
Ich bin Isabell und unterstütze mit meiner Arbeit Menschen dabei, aus einer Idee eine tragfähige Struktur zu machen — mit Weiterbildungen, Fachberatung, Werkzeugen für die Öffentlichkeitsarbeit und tatkräftiger Unterstützung im Alltag der Ortsgruppen. Denn jeder Mensch auf einem Fahrrad macht einen Ort sichtbar lebendiger — und lebendige Orte sind Orte, an denen Menschen bleiben wollen.
Meine Arbeit gliedert sich in vier Bereiche, die zusammenspielen — von der ersten Idee bis zur politischen Entscheidung:
Manchmal beginnt Unterstützung damit, eine bestehende Gruppe am Leben zu halten. In Zwickau kämpft die ADFC-Ortsgruppe mit Nachwuchssorgen — mindestens zweimal im Jahr bin ich vor Ort, bringe Impulse aus dem Landesverband mit und helfe, aus Ideen Projekte zu machen: ein Stand bei der Langen Nacht der Wissenschaft, Open Bike Sensoren mit Hochschule und Stadt, eine neue Website.
In der Westlausitz sah die Ausgangslage anders aus: Hier gab es zunächst noch gar keine Struktur. Eine engagierte Person wollte sich für den Radverkehr in ihrer Region einsetzen — viele Gemeinden dort sind bis heute über keinen sicheren Radweg miteinander verbunden. Gemeinsam haben wir zu einem Interessenabend eingeladen und daraus eine Regionalgruppe gegründet, die seither eigenständig aktiv ist — und mittlerweile selbst politisch Druck macht: Für die Freigabe einer Einbahnstraße in Großröhrsdorf habe ich sie fachlich beraten, die Unterschriftensammlung dafür hat die Gruppe anschließend selbst gestartet.
Ob Neugründung oder Bestandspflege: Meine Aufgabe ist es, mit Weiterbildungen, Fachwissen, Werkzeugen für die Öffentlichkeitsarbeit und tatkräftiger Unterstützung dafür zu sorgen, dass aus Engagement dauerhaft etwas wird.
Während der ADFC mit seinen Ortsgruppen dauerhafte Strukturen vor Ort aufbaut, geht es in meiner Arbeit oft darum, Beteiligung auch dort möglich zu machen, wo es noch keine feste Struktur gibt — als Vermittlung zwischen Verwaltung und Bürgerschaft.
In Meißen bin ich Mitglied der städtischen AG Radverkehr und unterstütze die Stadt zusätzlich bei einem Infonachmittag zur Kinder- und Jugendbeteiligung. In Torgau nehme ich jährlich an der Radtour des Oberbürgermeisters teil und trage dabei Anliegen aus der Bürgerschaft direkt an die Stadtspitze heran. Und an einer Oberschule in Coswig habe ich mit den Schüler:innen selbst Gefahrenstellen auf ihren Schulwegen analysiert und gemeinsam Lösungen erarbeitet — Beteiligung, die schon bei den Jüngsten ansetzt.
Durch Beteiligung wird aus reinem Verwaltungshandeln ein gemeinsamer Prozess der Zivilgesellschaft vor Ort — mit allen, die davon betroffen sind. Das dies ganz selbstverständlich wird in der Verkehrsplanung vor Ort, dafür setze ich mich ein.
Vieles davon leiste ich nicht selbst, sondern mit und für die Ehrenamtlichen vor Ort: Ich helfe Ortsgruppen, ihre Anliegen sichtbar zu machen — mit Pressemitteilungen, Instagram-Posts oder Aktionen wie unserer Banneraktion "RADWEGBAU JETZT", mit der wir seit 2023 an Bundes- und Staatsstraßen in ganz Sachsen zeigen, wo Radwege fehlen.
Daneben stehe ich selbst im Austausch: Ich gebe Interviews und betreue Infostände, um für den Radverkehr zu werben und über sicheres Radfahren aufzuklären — oder bin bei Stadtradeln in Plauen selbst mitgeradelt und habe bei der Preisverleihung eine kurze Keynote gehalten. Manchmal hilft nur eines: einfach anfangen. Für den geplanten Radweg an der S31 bei Mügeln haben wir kurzerhand selbst zum ersten Spatenstich eingeladen — nach dem Motto: Wenn schon niemand baut, fangen wenigstens wir mal an.
Mit diesem bunten Strauß an Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit möchte ich dafür sorgen, dass der Radverkehr und insbesondere der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur im Gespräch bleibt— laut, wenn es sein muss, und beharrlich, wenn es dauert
Veränderung beginnt selten mit einem einzigen überzeugenden Gespräch — sie braucht viele davon, mit ganz unterschiedlichen Menschen. Ich suche das Gespräch mit allen demokratischen Kräften in Sachsen, ob bei einer politischen Radtour mit dem früheren Verkehrsminister Martin Dulig, auf Veranstaltungen der demokratischen Parteien im Land oder als Teil des Projektbeirats von „100fach mobil“.
Nicht jedes Gespräch trägt sofort Früchte — aber ohne sie bleibt Radverkehr ein Randthema. Deshalb bleibe ich im Gespräch, hartnäckig und mit allen, die mitentscheiden können — denn nur wer im Raum ist, kann etwas verändern.
Ortsgruppen und Aktive begleiten, beraten und unterstützen - Jahr für Jahr, nicht nur einmalig.
Bürger:innen und Kommunen verbinden — damit Beteiligung zur Gewohnheit wird.
Kontinuierliche Lobbyarbeit — Radverkehr bleibt auf der Agenda, nicht nur für einen Moment.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik und bessere Infrastruktur für alle Radfahrer*innen ein. Der Verband ist dabei von der örtlichen bis zur Bundespolitik auf allen Ebenen aktiv. In Sachsen engagiert sich der ADFC als verkehrspolitische Interessenvertretung von 10.000 Mitgliedern und 10 Ortsgruppen und bietet Touren und Beratung rund um Fahrrad an. Der ADFC setzt sich dafür ein, dass sich auf unseren Straßen vom Kind bis zur Omi alle sicher fühlen können, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu erhöhen, ist ein zentrales Anliegen des ADFC, auch weil dadurch die Nutzung des Fahrrads als umweltfreundliches und gesundes Verkehrsmittel gefördert wird.
weiterlesenMehreren Hundert Radfahrerinnen und Radfahrern pro Jahr hilft der ADFC mit seiner Pannenhilfe. Die ADFC-Pannenhilfe ist ein exklusiver Service für unsere Mitglieder, der im Mitgliedsbeitrag enthalten ist. Als Mitglied im ADFC bekommen bei einer Fahrradpanne im Alltag, in der Freizeit oder auf Reisen schnell und unkompliziert Unterstützung. Haben Sie eine Panne, so können Sie einfach unsere Pannen-Hotline anrufen und teilen uns das Problem an ihrem Rad mit mit sowie den Ort, an dem Sie sich befinden. Mit diesen Informationen macht sich ein mobiler Pannenhelfer auf den Weg.
weiterlesenAls Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sind Sie Teil der größten Interessenvertretung für Radfahrende. Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein. Mitglieder des ADFC profitieren zudem von einer Vielzahl an Serviceleistungen wie z. B. der ADFC-Pannenhilfe, einer kostenlosen Rechtsberatung, sowie Vergünstigungen und Vorteilen bei vielen ADFC-Partnern, wie zum Beispiel teilAuto. ADFC-Angebote wie unsere Radtouren oder die ADFC-Fahrradcodierung sind für Mitlglieder vergünstigt.
weiterlesenDie Arbeit und der Erfolg des ADFC lebt vom Engagement seiner ehrenamtlichen Mitglieder vor Ort. 11.000 Menschen engagieren sich bundesweit im ADFC, etwa 300 davon in Sachsen. Sie organisieren Radtouren, kommen mit Politikern ins Gespräch und tragen mit unzähligen Aktionen dazu bei, dass die Bedingungen für Rad fahrende Menschen zunehmend besser werden. Wenn Sie sich engagieren möchten, können Sie entweder mit einer unserer Ortsgruppen in Kontakt treten oder sich per E-Mail bei uns melden.
Sie haben keine Zeit für ehrenamtliches Engagement, möchten den ADFC aber trotzdem unterstützen? Auch das ist kein Problem!
weiterlesenIm ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ finden Sie für Ihre Reiseplanung mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland. Die Qualität touristischer Radrouten ist in Deutschland noch sehr unterschiedlich. Besonders hochwertige Routen zeichnet der ADFC als Qualitätsrouten aus. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne ist auf den ersten Blick erkennbar, mit welcher Qualität man bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen kann. Außerdem zertifiziert der ADFC fahrradfreundliche Unterkünfte mit dem Bett+Bike-Siegel. Hier sind Sie Reisende auf dem Rad immer gern gesehen!
weiterlesenDer Schulbeginn bringt für Kinder und Eltern viel Neues. Gerade der Schulweg ist oft mit Bedenken verbunden: Ist mein Kind sicher unterwegs? Wie kann ich es auf dem Weg zur Schule unterstützen? Ein aktiver Schulweg mit dem Rad hat viele Vorteile. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihr Kind ausreichend auf den Schulweg mit dem Rad vorbereiten. Begleiten Sie Ihr Kind anfangs und üben Sie an verkehrsarmen Tagen und üben den Weg zur Schule. Fahren Sie dabei hinter Ihrem Kind, um einen Eindruck zu bekommen, wie selbständig es bereits ist. Wählen Sie verkehrsarme Routen und überqueren Sie Straßen an sicheren Stellen. Bei Bedarf können Sie Rad-Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern gründen. Alles Wissenswerte zum Schulweg mit dem Rad finden Sie in unserem Flyer für Schulkinder, Eltern und Lehrpersonal.
weiterlesenWie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass man auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen wird. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls Pflicht. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorn und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.
weiterlesenDie meisten ADFC-Ortsgruppen in Sachsen bieten geführte Radtouren an. Im Bereich Freizeit findest du die nächsten Tourentermine und zahlreiche weitere Informationen zu Touren und Reisen mit dem Rad. Mit einem Klick kommst Du hier auch direkt zum Tourenportal des ADFC.
weiterlesenDer ADFC berät seine Mitglieder, wie sie ihr Rad vor Diebstahl schützen können. Mit der Fahrradcodierung bieten wir außerdem einen Service an, bei dem Ihr Rad mit einer individuellen Nummer eindeutig identifizierbar wird. Die ADFC-Codierung funktioniert für die meisten Fahrräder. ADFC-Mitglieder zahlen einen ermäßigten Preis.
weiterlesenGanz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.
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