Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Sachsen e. V.

ADFC Sachsen im Antritt-Podcast: Isabell Gall über Radverkehr im ländlichen Raum

In der aktuellen Ausgabe des Antritt-Podcasts von detektor.fm war Isabell Gall, Referentin für Radverkehr in ländlichen Räumen beim ADFC Sachsen, zu Gast. Christian Bollert sprach mit ihr über Ziele, Hürden und die Zukunft des Radverkehrs in Sachsen.

Im Podcast spricht sie darüber, wie der Alltagsradverkehr jenseits der großen Städte Sachsens funktioniert – und was noch besser werden muss, damit Radfahren auch in kleinen Städten und auf dem Land sicher, attraktiv und alltagstauglich wird. Ländliche Räume sind vielfältig: Von weitläufigen Dörfern bis zu Kleinstädten wie Wurzen oder Torgau – überall nutzen Menschen das Fahrrad, oft für Wege, die auch in der Stadt üblich sind, etwa zum Einkaufen, zur Schule oder zu Freizeitaktivitäten. 

Eine der größten Fehlannahmen über Mobilität außerhalb der Großstadt ist, dass im ländlichen Raum alle Wege lang wären. Tatsächlich ist der Anteil kurzer Wege jedoch auch in kleinen und mittleren Städten und Gemeinden ähnlich groß wie in der Großstadt. Es gibt auch hier viele kurze, typische Alltagswege, die mit der richtigen Infrastruktur gut mit dem Rad zurückgelegt werden könnten – wenn sie sicher und bequem nutzbar wären. Isabell Gall beschreibt im Gespräch, wie sich die Bedingungen für Radverkehr im ländlichen Raum in den letzten Jahren verändert haben, insbesondere durch politische Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene. Kürzungen des Landtags bei der Radwegeförderung wirken sich direkt auf Planung und Bau sicherer Infrastruktur aus und behindern Betroffene und Kommunen dabei, wichtige Projekte in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig betont die ADFC-Referentin: Wo politischer Wille, Engagement vor Ort und gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgerinnen vorhanden sind, entstehen trotz schwieriger Rahmenbedingungen Fortschritte. 

Ich wünsche mir, dass Radfahren als alltägliche Mobilitätsform das normale wird. Dass es nicht mehr die Rennradfahrer sind und die Lastenradfahrer und die Müslis, die irgendwie Radfahren wollen, sondern dass klar ist: Radfahren ist etwas ganz Normales, was immer mitgedacht wird.

Isabell Gall, ADFC-Referentin für Radverkehr in ländlichen Räumen in Sachsen

Ein Beispiel dafür ist die Stadt Torgau, wo kontinuierliche, teils ehrenamtlich getragene Arbeit dazu geführt hat, dass nach und nach kleine Verbesserungen für den Radverkehr realisiert wurden. Diese Erfolge zeigen: Mobilitätswandel im ländlichen Raum braucht Dialog, Kreativität und Durchhaltevermögen – und lohnen sich für alle Menschen vor Ort. Isabell Gall weist außerdem darauf hin, wie wichtig es ist, die StVO-Novelle und neue rechtliche Möglichkeiten besser bekannt zu machen – zum Beispiel für sichere Schulwege oder Tempo-30-Zonen. 


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