
Stopp der Südumfahrung Bautzen: Jetzt in sichere Radwege investieren
Der ADFC Sachsen begrüßt die Entscheidung des Freistaates Sachsen, die Planungen für die Südumfahrung Bautzen (S 106) vorerst auf Eis zu legen.
„Angesichts aus dem Ruder gelaufener Kosten und erheblicher Genehmigungsrisiken war dies der richtige Schritt“, lobt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Der ADFC sieht in diesem Schritt die Möglichkeit, endlich die fehlende Anbindung Bautzens an die umliegenden Gemeinden im Nordosten, Süden und Westen in Angritt zu nehmen. Es gelte, nun die freiwerdenden Kapazitäten sinnvoll und zukunftsgerichtet einzusetzen.
„Die Begründung der Staatsregierung zeigt deutlich: Das Projekt befand sich noch in einem frühen Planungsstadium. Gleichzeitig sind die zu erwartenden Kosten schon jetzt enorm aus dem Ruder gelaufen. Dazu kommen die nicht unerheblichen planungsrechtlichen Hindernisse. Auch die Verkehrsprognosen deuten darauf hin, dass der Autoverkehr in der Region eher abnehmen wird und das Projekt daher mittlerweile gar nicht mehr gebraucht wird“, so der ADFC-Geschäftsführer.
„Der Stopp der Südumfahrung ist eine Chance für den Radverkehr in der Region Bautzen, denn die frei werdenden Gelder und Planungskapazitäten können für den Radwegebau genutzt werden“, erklärt der ADFC-Geschäftsführer. „Statt weiterhin auf teuren und umstrittenen Straßenneubau zu setzen, solte der Freistaat Sachsen jetzt endlich die Lücken im Radwegenetz schließen. Dazu müssen die Staatsregierung und die Landtagsabgeordneten ausreichend Mittel im Haushalt bereitstellen“ fordert Krause. Im letzten Jahr hatten CDU, SPD, Grüne und Linke die Mittel für Radwege um über 70% gekürzt. „Sollen die Wahlversprechen der Parteien für sichere Radwege nicht nur leere Phrasen bleiben, so müssen sie im nächsten Haushalt ausreichend Gelder einplanen.“
Hintergrund
Viele Wege in die umliegenden Gemeinden von Bautzen sind kurz und grundsätzlich gut mit dem Fahrrad zurücklegbar – vorausgesetzt, die Infrastruktur stimmt. Der ADFC Sachsen fordert daher, dass die Planung und der Bau von Radwegen im Raum Bautzen jetzt höchste Priorität erhalten. Insbesondere entlang folgender Staatsstraßen besteht von Bautzen aus dringender Handlungsbedarf:
entlang der S 106 in Richtung Bloaschütz
entlang der S 109 in Richtung Malschwitz
entlang der S 119 bis nach Weißnaußlitz und Neukirch
„Diese Verbindungen sind entscheidend für den Alltagsradverkehr. Sie ermöglichen es vielen Menschen, sicher und schnell zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen“, so Konrad Krause weiter.
Die aktuelle Haushaltslage des Freistaates erfordert eine klare Priorisierung. Der ADFC Sachsen fordert die Abgeordneten des Sächsischen Landtages daher auf, im nächsten Haushalt deutlich mehr Mittel für den Radverkehr bereitzustellen. Investitionen in den Radverkehr sind sehr kosteneffizient, schnell wirksam und leisten einen wichtigen Beitrag für die unabhängige Mobilität im ländlichen Raum.
„Die Absage der Südumfahrung darf nicht das Ende verkehrspolitischer Entwicklung in der Region sein. Nun haben die Planer im Landesamt Kapazitäten, sich dem Radwegebau zu widmen. Damit ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Weichen neu zu stellen.“ so ADFC-Geschäftsführer Krause abschließend.