Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Sachsen e. V.

Radweg zwischen Stürza und Heeselicht kommt doch

Am vergangenen Freitag kündigte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) an, entlang der ehemaligen Rennstrecke an der Staatsstraße S 161 zwischen Stürza und Heeselicht nun doch einen Radweg zu bauen.

ADFC erfreut: Engagement einer Bürgerinitiative zeigt Wirkung

Die Breite der Staatsstraße 161 soll verringert werden, so wie es vor zwei Jahren bereits auf der S 163 realisiert wurde. Für den geplanten Umbau der S 161 wurde jedoch bisher kein straßenbegleitender Radweg geplant. Ursprünglich wurde die Straße in den 1920er Jahren als Rennstrecke gebaut und in den 1930er Jahren weiter als Rundkurs erschlossen. Die breiten Straßen laden nach wie vor zum Fahren mit teils deutlich überhöhten Geschwindigkeiten ein. Radfahrende, die hier auf der Straße fahren müssen, sind den Unfallgefahren schutzlos ausgeliefert. Bei einer aktuellsten Geschwindigkeitsmessung war das schnellste Fahrzeug mit 236 km/h unterwegs.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über den Umschwung des Ministeriums: „Es ist schön, dass das Staatsministerium nun das zuständige Landesamt beauftragt hat, die Fehler in ihren Planungen zu korrigieren. Das war dringend notwendig, denn der Weg wird unter anderem auch von Kindern genutzt, die mit dem Rad zum Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr fahren.“

Seit zwei Jahren protestiert eine Bürgerinitiative um den Stürzaer Helmar Nestroy für einen straßenbegleitenden Radweg an den Staatsstraßen 161 und 163. Unter anderem initiierte die Initiative eine Petition, welche innerhalb von vier Wochen von 1670 Personen unterschrieben wurde. Außerdem organisierten sie zwei Fahrrad-Demonstrationen, zuletzt im April 2019. „Das Engagement von Bürgerinitiativen kann offensichtlich Wirkung entfachen. Im gesamten Freistaat gibt es viele Bürgerinitiativen, die Radwege an Staats- und Bundesstraßen fordern. Ich wünschte mir, dass sie bei den Planungsbehörden noch häufiger Gehör finden“ sagt Krause.

Hintergrund:

Ab einer Verkehrsstärke von 2.500 Kfz am Tag sehen die Regelwerke ("Empfehlungen für Radverkehrsanlagen / ERA") an Außerortsstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h den Anbau eines Radwegs vor. Für den Abschnitt zwischen Stürza und Heeselicht gibt es keine Verkehrszählungen, allerdings deuten andere Erfassungen im Umfeld darauf hin, dass mehr als 2.500 Kfz am Tag dieses Teilstück der ehemaligen Rennstrecke passieren. So ergab eine Verkehrszählung im vergangenen Jahr, dass durchschnittlich rund 3.100 Fahrzeuge pro Tag auf der benachbarten S 163 unterwegs sind, von denen nur zirka 100 in Hohburkersdorf oder Zeschnig abgebogen sind. Entsprechend müssen die verbleibenden 3.000 Fahrzeuge die S 161 passiert haben. Darüber hinaus geht aus einer Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Meier hervor, dass 2015 bei einer Zählstelle auf einem anderen Abschnitt der S 161 bei Stürza 2.777 Fahrzeuge am Tag gemessen wurden.

Obwohl nach den geltenden Regeln ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden müsste, wird dieser Abschnitt der S 161 in der Radverkehrskonzeption des Freistaates nur mit der Priorität B geführt. Das bedeutete ursprünglich, dass vor dem Jahr 2025 definitiv keine Planungen in Auftrag gegeben werden sollten, obwohl für den Abschnitt eine Umbauplanungen vorliegt.

Nur 28 % der sächsischen Bundesstraßen verfügen bisher über einen Radweg, während dieser Wert bundesweit bei über 40% liegt. Bei den sächsischen Staatsstraßen beträgt der Ausstattungsgrad sogar nur 11 % (bundesweit 26%).


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https://sachsen.adfc.de/pressemitteilung/radweg-zwischen-stuerza-und-heeselicht-kommt-doch

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