
ADFC begrüßt Radweg-Genehmigung an der S 200 – Landtag muss Finanzierung sichern
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen begrüßt die gestern veröffentlichten Planfeststellungsbeschlüsse der Landesdirektion Sachsen für drei neue Radwegabschnitte entlang der Staatsstraße 200 im Landkreis Mittelsachsen.
Die rund sieben Kilometer Radweg zwischen Tanneberg, Schweikershain und Hoyersdorf erhöhen die Sicherheit für Radfahrende auf dieser bislang hochgefährlichen Strecke.
Der sächsische ADFC-Vorsitzende Janek Mücksch freut sich: „Die Genehmigung ist eine gute Nachricht: Endlich kommt der Radwegausbau an der S 200 voran.“ Doch trotz dieses Fortschritts ist weiterhin unklar, wann und ob die Radwege tatsächlich gebaut werden können. Der ADFC weist seit langem darauf hin, dass für viele bereits planungsrechtlich gesicherte Radabschnitte an Staatsstraßen im sächsischen Haushalt kein Geld bereitsteht. „Ohne eine seriöse finanzielle Absicherung droht jahrzehntelanger Stillstand bei diesem wichtigen Radwegabschnitt.“
Wiederholt hat der ADFC an der S 200 auf die dramatische Verkehrssituation hingewiesen. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu schweren Unfällen mit Radfahrenden, darunter auch tödliche, weil sichere Radwege fehlen. 2019 wurde ein 80-jähriger Radfahrer südlich von Schweikershain getötet. 2023 starb ein Radfahrer auf der S 200 bei Altmittweida nach einem tödlichen Unfall – ein Umstand, der bereits Anlass für eine Fahrraddemonstration des ADFC vor Ort war.
„Die Genehmigung ist ein erster Schritt, aber eine Planung allein rettet kein Leben“, betont der sächsische ADFC-Vorsitzende. „Jetzt muss der Sächsische Landtag zügig die nötigen Mittel bereitstellen, damit die Radwege an der S 200 wie geplant 2027 und 2028 gebaut werden können. Im letzten Jahr haben CDU, SPD, Grüne und Linke die Mittel für Radwege um über 70% gekürzt. Damit der Radweg an der S 200 kommt, muss Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar im Haushaltsentwurf ausreichend Gelder einplanen.“
Der ADFC ruft die Abgeordneten auf, im nächsten Haushalt eine verlässliche Finanzierung für den Radwegebau sicherzustellen – als Investition in Verkehrssicherheit und Lebensqualität.
Unterstütze Isabells Arbeit für das RadLandSachsen