Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Sachsen e. V.

Radweg an der S 161 - Nur ein Wahlkampfmanöver?

Einen Monat vor den Landtagswahlen im September 2019 versprach Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig einen Radweg für den vieldiskutierten Abschnitt der S 161 in der Sächsischen Schweiz. Alles nur ein Wahlkampfmanöver?

Trampelpfad neben einer Staatsstraße
Fehlender Radweg an der S 159 in der Sächsischen Schweiz © Konrad Krause / ADFC

Einen Monat vor den Landtagswahlen im September 2019 verkündete Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig: „Wir beherzigen die vielen Hinweise aus der Bevölkerung und (…) wollen den Radverkehr weiter stärken, indem wir die Sicherheit & Attraktivität des Radfahrens erhöhen.“ Der Minister verkündete, für die Staatsstraße 161 zwischen Heeselicht und Stürza habe er eine zusätzliche Radwegplanung beauftragt. Ursprünglich hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) bei der Sanierung der Straße keinen begleitenden Radweg vorgesehen.

Schon bei der Sanierung der unmittelbar angrenzenden S 163 hatten sich die Einwohner der angrenzenden Orte, Heeselicht und Stürza seit 2017 für den Bau eines Radwegs engagiert. Mit der Unterstützung des ADFC wurden im Rahmen der Kampagne: „Mehr Platz fürs Rad“ insgesamt 1670 Stimmen für die Bürgerinitiative S 163 im Landkreis der Sächsischen Schweiz/Osterzgebirge gesammelt.

Zur Landtagswahl ist Dulig wieder in den Landtag eingezogen, im Dezember wurde er vom Ministerpräsident erneut zum Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ernannt. Doch sein Versprechen nach einer schnellen Radweglösung gegenüber den Anwohnern von Heeselicht und Stürza scheint er bereits gebrochen zu haben. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, soll die Sanierung der Fahrbahn nun doch losgelöst von der Planung eines Radwegs erfolgen. Wegen mangelnder Verkehrssicherheit an den beiden Kreuzungen dränge die Zeit, so Isabel Pfeiffer, die Pressesprecherin des LASuV. Die Planung für den Radweg bei Hohnstein soll diesen Januar begonnen werden. Wie lange die beauftragte Planung des Radwegs letztlich dauern wird, ist unklar.

Leider kommt die Nachricht über die Verzögerung beim Radwegebau wenig überraschend. Schon im April 2018 erklärte der Chef des LASuV Meißen Holger Wohsmann vor Pressevertretern, dass der Radwegebau für seine Behörde keine hohe Priorität habe. Wohsmann ist unter anderem zuständig für den Bau von Staats- und Bundesstraßen sowie für straßenbegleitende Radwege in der Region der Sächsischen Schweiz. In seinen unmittelbaren Verantwortungsbereich fällt auch das Scheitern eines Radwegs an der S 163, die seit 2017 für Unmut in der Sächsischen Schweiz sorgt.


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