Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Sachsen e. V.

Doppelstockzüge bringen Fortschritt bei der Fahrradmitnahme im RE 50

Ab Dezember 2026 rollen auf dem RE 50 Dresden–Leipzig neue Doppelstockzüge. Statt maximal 26 passen in die neuen Bahnen nun bis zu 72 Räder. Ein Fortschritt für Pendler und Radtourismus. Der ADFC Sachsen begrüßt den deutlichen Kapazitätsausbau.

Foto: DB AG / Oliver Lang

Wer in den vergangenen Jahren an Sommerwochenenden oder in der Berufsverkehrszeit mit dem Fahrrad im RE 50 zwischen Dresden und Leipzig unterwegs war, brauchte starke Nerven oder viel Geduld: Überfüllte Mehrzweckbereiche, gestresste Fahrgäste und nicht selten die Enttäuschung, am Bahnsteig zurückzubleiben, gehörten leider zum Alltag im „Saxonia-Express“. Im Volksmund erarbeitete sich der Regionalexpress über die Jahre den Namen „Sachsenschleuder“.

Damit soll ab Dezember 2026 endlich Schluss sein. Auf der stark nachgefragten Regionalexpress-Verbindung zwischen Leipzig und Dresden kommen künftig neue fünfteilige Doppelstocktriebwagen vom Typ „Twindexx Vario“ zum Einsatz – ein Schritt, den der ADFC Sachsen ausdrücklich begrüßt. Denn in den letzten Jahren ist nicht nur die Zahl der Fahrgäste gestiegen, sondern auch die Bedeutung des Zuges für die Fahrradmitnahme.

Massive Kapazitätserhöhung: Von maximal 26 auf bis zu 72 Fahrradstellplätze

Die bisher genutzten „Talent 2“-Triebwagen boten – je nachdem, ob ein einzelner Zug oder eine gekoppelte Garnitur fuhren – lediglich Platz für 10 bis 26 Fahrräder. Bei der hohen Nachfrage auf der Achse zwischen den beiden sächsischen Metropolen war das oft viel zu wenig. Die vollgestopften Züge waren Ursache für Unmut und unzählige Beschwerden - auch wegen der unzureichenden Fahrradstellplätze. Denn zum einen nehmen viele Menschen ihr Rad zur Arbeit im Zug mit, weil die Abstellsituation an vielen Bahnhöfen nicht funktioniert. Zum anderen ist der Saxonia-Express auch ein wichtiger Zubringer für den Radtourismus in Sachsen: In Wurzen erreicht man den Mulderadweg, in Riesa, Coswig und Dresden den Elberadweg und viele weitere Bahnhöfe ermöglichen den Einstieg in regionale Radrouten im Herzen von Sachsen, wie die Jahnatal-Radroute oder die Mulde-Elbe-Radroute. Ein Potential, zu dem die neuen Fahrzeugen deutlich besser passen.

Die neuen Doppelstockzüge, die ab Dezember eingesetzt werden, beherbergen im Mittelwagen ein separates Fahrradabteil. Im Unterdeck dieses Waggons sind die üblichen Sitze ausgebaut, markierte Bereiche verdeutlichen die Fahrradstellplätze. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich Klappsitze und bieten flexibel Platz für Passagiere oder Räder. Insgesamt wird sich die Kapazität für Fahrräder im RE 50 mit den neuen Doppelstocktriebwagen verdreifachen. Diese deutliche Kapazitätserweiterung ist ein echter Gewinn für den Radtourismus in der Region und erleichtert Tagesausflüge sowie Radreisen enorm.

Einsatzzeiten: Doppelstöcker tagsüber im Einsatz

Geplant ist der Einsatz der neuen Doppelstockzüge vorrangig tagsüber, wenn die Nachfrage von Ausflüglern und Pendler:innen am höchsten ist. In den frühen Morgen- sowie den späten Abendstunden, in denen erfahrungsgemäß weniger Menschen ihr Rad im Zug mitnehmen, kommen weiterhin die bisherigen Talent 2-Fahrzeuge zum Einsatz. 

Für den ADFC Sachsen ist die Anschaffung der neuen Fahrzeuge und das Bekenntnis der Verkehrsverbünde zu einer besseren Fahrradmitnahme in Sachsen ein wichtiger Fortschritt. Die spürbare Aufstockung der Stellplatzkapazitäten zeigt, dass der Bedarf von Radfahrenden ernst genommen wird – ein wichtiger und notwendiger Baustein für die nachhaltige Mobilitätswende in Sachsen!


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